
In der Kategorie Buchstabenfieber am 13.05.12 um 14:32 Uhr veröffentlicht.
Tagein, tagaus muss ich quasseln. Um Informationen zu vermitteln, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, und weil ich die Stille in manchen Momenten nicht ertrage.
Man gewöhnt sich unglaublich schnell an diesen Worterguss. Je mehr Worte den Weg nach draußen finden, desto mehr stumpft man innerlich ab. Denkt nicht mehr über die Bedeutung des Gesagten nach, verliert sich in Allgemeinplätzen, und gibt oft nur noch Dummheiten von sich. Im Moment kann ich das an mir selbst beobachten: Sobald mir ein Mensch begegnet, beginne ich – ohne Nachzudenken – Fragen zu stellen, Gefälligkeiten auszutauschen und schwupp di wupp sage ich schon wieder etwas völlig Unnötiges und Dummes. Dann fängt das Grübeln an. Wie mache ich das wieder gut? Wie kann ich diesen Fehler am besten meinem Gegenüber erklären? Als wenn es nicht besser wäre, statt weitere Worte des Erklärens, den Fehler lieber mit Schweigen auszugleichen…
Ach, über solche Ärgernisse, kann ich stundenlang nachdenken, während mein Gegenüber wahrscheinlich das letzte Gespräch schon längst vergessen hat; genauso wie ihm höchstwahrscheinlich der logische Widerspruch meines Gesagtem nicht einmal aufgefallen ist. Selbst wenn? Ich muss nicht perfekt sein!
Trotzdem sollte ich nicht soviel reden. Es gibt nichts schlimmeres als eine Sache totzureden, den Gesprächspartner mit seinen Worten in Grund und Boden zu stampfen. Bei Polt, einem bayerischen Kabarettisten, der dieser Tage 70 geworden ist, habe ich letztens etwas Schönes in einem Interview gelesen: “Der Mensch macht Geräusche, und durch ihn gehen Geräusche. Das schöne Wort “Person” meint ja: “etwas, durch das es hindurchging”. Der Mensch ist ein Instrument, könnt’ ma sagn.” (aus dem Münchner Merkur).
Der Mensch als Instrument, dessen Laute Töne sind, die mehr oder weniger Sinn ergeben. Stell’ ich mir das bildlich oder akustisch vor, dann seh ich eine Tröte vor mir, die möglichst viele Töne in die Welt trötet. Und kein Mensch erträgt eine ewigwährende Tröte, genausowenig wie der Mensch von einer ewigwährenden Stille begeistert wäre. Denk’ ich also an dieses Instrument, dann will ich doch lieber eines sein, das zur rechten Zeit seinen Einsatz anstimmt, dass nicht zuviel und nicht zu wenig klingt und dass vor allem auch andere Instrumente zum Einsatz kommen lässt. Das ist gar nicht so einfach! Es ist eine echte Kunst mit dem Reden und dem Sagen.
Deswegen habe ich beschlossen, eine Woche nur das Nötigste von mir zu geben. Nur dann, wenn Informationen brauchbar sind, nur dann wenn es einer Aufmunterung bedarf, dann also will ich Laute von mir geben. Eine Woche lang. Das wird schwierig. Eine Wortdiät – schlimmer als jeder Essensverzicht, denn ich nähre mich von Worten. Aber nun gut, eine Woche. Von nun an; so soll es sein!

In der Kategorie Blitzgewitter, Buchstabenfieber, Farbenfieber, Feuerwerke am 03.04.12 um 18:52 Uhr veröffentlicht.
In den spärlichen Zeiten, in denen mir wieder einfällt, dass ich ja nun auch ein Smartphone besitze, liebe ich es heiß und innig, besonders heute, als ich in der S-Bahn saß und keinen Block zum Aufschreiben meiner Gedanken parat hatte.
Und mag es Euch noch so banal vorkommen, dieses Sprüchlein, es steht für alles, was ich in diesen anstrengenden Wochen erlebt habe. Und für meine Entscheidung, die ich heute getroffen habe.

Ich glaube ich verstehe die Liebe und ihren Sinn jetzt besser. Eigentlich ist die Liebe letztendlich nur erschaffen worden, damit wir richtig Sterben können.
Im besten Fall erschafft sie wiederum neues (Leben). Und das Problem dabei ist, dass wir den Unterschied zwischen Sterben und Kämpfen oft nicht wirklich verstehen.
Oftmals fühle ich mich wie die Katze unter den Hunden. Dann fällt mir wieder ein, dass meine Freunde und die Menschen, die ich gerne habe und liebe, auch keine Hunde sind und dann bin ich durchaus zufrieden mit dieser seltsamen und verqueren Welt
Ich habe zuletzt einen Eintrag wieder gelöscht. So wie das eben immer bei mir ist. Die Unbeständigkeit des Seins ist geradezu vorausschaubar. Aber ich will nicht schlau daherquaken, sondern eigentlich ganz eigentlich mag ich dieses Selbstbildnis von mir irgendwie sehr. Es sieht nicht aus wie ich und ist doch so wie ich und wieder doch auch nicht. So wie es eben sein muss, damit ich es mag. Schwarzweiß ist es noch viel schöner in meinen Augen als mit Farbe. Und ja, es ist kein Kunstwerk, es ist entstanden aus der Unfähigkeit zu merken, dass mein Smartphone neben der einen Kamera außen noch eine zweite Kamera innen hat (Überraschung, würde ich da mal sagen, aber eine von den Schönen). Und so habe ich mich nun auch einmal an die Kunst des Smartphone-Verschönerns gemacht. Ich mag es irgendwie, besondes die weißen Lichter.Es sieht ein bisschen wie aus einem Lady Oscar-Film aus.
Aber nun genug, meine Bayern spielen heute, und die sind fast zum Sterben gut. Lustigerweise habe ich mir nie im Leben überlegt, warum ich diesen Verein so sehr mag. Es geht ja nicht wirklich um die Bayern, sondern eher um diese bedingungslose völlig grundlose Liebe, die ich mir teilweise selbst nicht erklären kann. Jeder, der wagt etwas Schlechtes über meinen FCB zu sagen sinkt rapide in meiner Gunst…. wenn man darüber nachdenkt ist es wirklich saukomisch, für was wir Menschen uns so engagieren und wofür wir leben.

In der Kategorie Buchstabenfieber am 21.02.12 um 00:24 Uhr veröffentlicht.
Der Welt etwas schenken.
Wollend oder nicht.
Ohne Hintergedanken, ohne Absichten, nur das Sein im Augenblick.
Dieses Wollen, dieses Müssen.
Wollend oder nicht.
Farben, Worte, Töne
zu den
Bildern, den Geschichten und natürlich der Musik
Krähender Hahn am Morgen,
womöglich noch davor sitzend,
ohne zu merken, wie die Zeit vergangen.
Müde, glücklich, schenkend.
Ohne Namen. Nur mit Farben, Worten zur Musik.
In der Kategorie Buchstabenfieber am 08.12.11 um 01:14 Uhr veröffentlicht.
wegen der kleinen Dinge im Leben.
Schlaflose Nächte,
wegen Sorgen am Morgen,
die ich nicht nachvollziehen kann.
Schlaflose Nächte,
was soll ich Dir geben,
damit Dein Geist wieder Ruhe finden kann?
Schlaflose Nächte
und ich weiss immer noch nicht genau,
warum Du Dir solche Sorgen machst?
Schlaflose Nächte,
warum Du wieder Stunden um Stunden in Deinem Sessel wachst?
Schlaflose Nächte
und der Morgen wird grau.
Grau wie Dein Haar.
Schlaflose Nächte,
Stunden um Stunden immerdar
hast Du gewacht,
umsonst auf den Schlaf gewartet,
in dieser schlaflosen Nacht.
In der Kategorie Buchstabenfieber am 30.11.11 um 22:09 Uhr veröffentlicht.
Was hast Du schon von der Liebe verstanden,
bevor sie Dich küsste?
Was hast Du für die Liebe gehalten
und was alles hast Du befürchtet?
Wusstest Du nicht in all der Zeit stets,
dass es nur ein Trugbild ist?
Was hast Du für die Liebe gehalten,
etwas das so schön und schrecklich zugleich ist?
Die Aufregung, die Angst, das Aufsich-Aufmerksammachen-Wollen,
die Enttäuschungen, der Hass
und die Liebe.
War es das, was Du für die Liebe gehalten hast?
Als sie Dich küsste,
mitten auf die Stirn,
wusstest Du das Du nichts von der Liebe verstanden hast.
Wo warst Du gewesen, als sie die Liebe lehrten?
Auf der Wiese, in den Himmel geschaut und die Wolken gezählt.
Warum auch hätte ich wissen wollen, was die Liebe ist,
weiss das nicht sowieso die ganze Welt?
Als sie mich flüchtig küsste,
was wusste ich da schon von der Liebe.
Und sie von mir?
Ihre Einfachheit, mit der sie mich küsste,
mit Ihrer Liebe.
Als kurz der Augenblick des Verstehens aufflackerte und wieder verging…