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In der Kategorie Von mietzen und Menschen am 09.12.11 um 00:29 Uhr veröffentlicht.

Sommerflirren

Seine Frau war gestorben. Er selbst war schon um die 70. Zu alt um nochmal ein neues Leben anzufangen, zu jung um sich einfach aufzugeben. Man ist oft so allein, wenn man älter wird und der jahrelange Partner stirbt. Dieser Mann hatte aber Glück im Unglück, er hatte einen Sohn und eine Tochter und das vielleicht größte Glück für ihn war, dass seine Tochter noch zuhause bei ihm wohnte und er sich damit nicht so einsam fühlen musste.
Für beide war die Zeit schwer nach dem Verlust. Auch die Tochter nahm der Tod der Mutter sehr mit. Beide hatten die Gesellschaft des Anderen zum Trost und so waren sie nicht so allein. Seine Tochter ist noch jung, dreißig Jahre alt ist sie und so hübsch und so voller Lebensfreude. Aber auch hier hatte das Schicksal noch nicht hart genug zugeschlagen. Die junge Frau ist sehr krank, eine chronische Krankheit, die sie oft ans Bett fesselte. Aber das wirklich Schimme für sie ist, dass es unheimlich schwierig ist, mit einer chronischen Krankheit einen Job zu bekommen. Egal wie qualifiziert man ist. Menschen, die zu oft in der Arbeit fehlen sind nicht gern gesehen, auch wenn man durchau die Gründe für ihr Fehlen hätte nachvollziehen können.
Das Mädchen hat nun aber eine Arbeit gefunden, nach so langer Suche nach dem ewigen sinnlosen Herumsitzen während Ihrer Jobsuche. Dann also, als sie endlich ihren Job gefunden hatte, dann starb die Mutter. Auch wenn sie die Krankheit relativ gut im Griff hat, der Schicksalschlag schlägt sich auch auf ihre Gesundheit nieder und so muss sie wieder öfter zuhause bleiben. Öfter als ihrem Chef lieb ist.

Es war ein sonniger Sommertag im Hochsommer. Sie hatte eben erst erfahren, dass sie nicht übernommen werden würde, weil sie zu oft wegen ihrer Krankheit gefehlt hatte. Sie dachte an die Sinnlosigkeit der erneuten Jobsuche, an den langen Leidensweg, den sie durchgemacht hatte und sie dachte an ihre Mutter. Die Sonne brannte vom Himmel herunter, es war einer dieser wunderschönen Sommertage, die voller Leben sind.

Morgens beim Frühstück kam sie nicht wie sonst an den gemeinsamen Frühstückstisch herunter. Ihr Vater wunderte sich. Er wartete und wartete. Ging die Treppe hinauf, nach oben zu ihrem Zimmer und klopfte. Niemand machte auf und als er schließlich besorgt die Tür öffnen wollte, war sie verschlossen.

Als die Polizei schließlich die Tür aufbrach lag sie tot in ihrem Bett. Gestorben an Klebstoffdämpfen.

Das ist keine Geschichte. Ich bin kein guter Geschichtenerzähler. Und ich kanns nicht mal jetzt, nachdem schon soviele Monate vergangen sind irgendwie schön schreiben. Weil ich immer noch wütend werde über das Ausmaß dieses Unglücks, weil es so unfair ist und keiner wirklich Schuld daran hat.

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In der Kategorie Von mietzen und Menschen am 14.11.11 um 16:13 Uhr veröffentlicht.

Von mietzen und Menschen

“Von mietzen und Menschen”, das ist doch mal ein schöner und auch passender Kategoriename. Ich muss allerdings zu meiner Schande gestehen, dass ich das Buch von John Steinbeck “Von Mäusen und Menschen” bisher noch nicht gelesen habe. Aber der Name hat sich einfach so wunderbar angeboten und beinhaltet alles, um was es mir in dieser Kategorie geht.
Ich will über Menschen schreiben und so einfach der Wunsch auch klingt, so schwierig fällt es mir. Nicht nur, weil meine eogzentrische Sichtweise der Welt einen großen Raum in meinen Denken einimmt, nein ich fürchte mich auch ein wenig davor, über andere Menschen zu schreiben.
Man kann nie wirklich objektiv sein, wenn man jemand anderen beschreibt und eigentlich spiegelt es mehr als alles andere die eigene Sicht der Welt wider. Wie soll ich auch wissen, was in jemand anderen vorgeht? Ob sie wirklich das denken, was ich denke, dass sie denken? Vielleicht liege ich mit meiner Meinung über sie völlig im Unrecht und schätze sie falsch ein. Vielleicht verherrliche ich sie manchmal auch zu sehr.

Ach, was soll ich schon über Menschen schreiben, deren Innenleben ich nicht kenne, da kann ich genauso gut über mich schreiben. Da kenn ich mich wenigstens aus und muss nichts dazu erfinden.
Andrerseits, was spricht dagegen, seine eigenen Geschichten zu erfinden, es muss ja nicht alles 1:1 der Wahrheit gemäß aufgeschrieben werden und stimmen. Ich bin trotzdem skeptisch, sehr skeptisch sogar. Ich könnte ja über meine Freunde schreiben, die kenn ich wenigstens.

Aber ausgerechnet das, schreckt mich auch wieder am meisten ab. Nicht dass ich nicht genug wüsste über meine Freunde und ihre Geschichten sind durchaus interessant. Aber wie schreibt man ganz öffentlich über eine echte Privatangelegenheit? Und ich möchte, dass meine Freunde auch nach den Artikeln hier noch meine Freunde sind.

Und irgendwie möchte ich auch gar nicht, dass meine Freunde wissen, was ich über sie denke, ich frag sie schließlich auch nicht, warum sie mich mögen, das setzt man einfach voraus und mag man es überhaupt wissen?
Ehrlich gesagt widerstrebt es mir, meinen Kopf darüber zu zerbrechen, warum meine Freunde meine Freunde sind. Man muss nicht alles im Leben hinterfragen, und ihre Lebensgeschichten mag ich hier nicht erzählen, aus basta!

Ja, und wenn ihr sagt, ich schreibe ja auch über das kleine Mäh, aber das ist ja auch nicht umsonst eine Extra-Kategorie. Im Grunde genommen schreib ich ja auch nicht über das kleine Mäh, sondern über mich und meine Sicht der Welt, die ich dem kleinen Mäh erzähle. Ich fürchte, diese Kategorie wird auch wieder nicht anders als eine subjektive Mietzesichtweise meiner Welt. Also wohl eher mehr mietzen als Menschen.

Aber ich werde mir Mühe geben, es vielleicht wenigstens in dieser Kategorie zu probieren und ein bisschen auch meinen Blick auf meine Mitmenschen zu richten. Letzten Samstag habe ich mich schon fleißig darin geübt mit den Menschenbeobachten. In Form von Fotos…. das ist dann doch einfacher als andere zu analysieren und trotzdem ist und bleibt auch das eine Analyse und ein Eindringen in die Privatsphäre eines anderen.
Ich glaube aber auch, dass uns das allen schwer fällt und das es nicht nur etwas ist, was nur mich abschreckt Sondern fast jeden, der sich länger darüber Gedanken macht, wie er jemand völlig Fremden ins rechte Licht rückt. Sherry kann das wirklich toll, sie hat meine vollste Bewunderung (nicht nur) für ihre Menschenportraits.

So sehr ich mir auch Mühe gebe, indem ich mich heimlich heranpirsche an meine vermeintlichen Opfer, wenn ich ganz unbeteiligt versuche, irgendetwas in der Nähe der ausgewählten Protagonisten zu photographieren und dann zack! schwenke ich schnell herüber, schieße verstohlen mein Foto. Mit dem Ergebnis, das es verwackelt ist, dass der Mensch dort irgendwie seltsam schaut und dass ich mich wieder über mich selbst ärgere, weil ich mich dabei so anstelle.

Noch schwieriger finde ich es Kinder zu fotografieren. Die haben sogar wahrscheinlich am wenigsten dagegen einzuwenden, aber sie sind ja noch so klein! Wer weiss ob nicht bald eine entzürnte Mutter kommt die sich zu recht beschwert, dass ich ihr Kind dem bösen Netz aussetze. Nein, ich gebe es einfach auf – vorerst – das wird nichts mit den Menschenfotos.

Aber ich habe trotzdem noch zwei ganz nette gemacht, von Personen der Öffentlichkeit… da war es dann selbst für mich okay, mit meiner Kamera ein paar Schnappschüsse einzufangen, aber seht selbst:

Mein eigentlicher Favorit ist ja dieser, ein “Mensch”, bei dem es mir ganz besonders viel Spaß gemacht hat ihn zu fotografieren. Wohl vor allem deswegen, weil er mich nicht mit vorwurfsvollen Augen ansehen konnte und meine Kamera vergnügt vor sich herklicken konnte.

Die wirklich schönen Foto bekommt ihr in der nächsten angedachten Kategorie “Feuerwerke” zu sehen, da haben sich nämlich ausnahmelos nur tote Objekte vor mein Objektiv verirrt. Und da sind die Ergebnisse auch weitaus eindrucksvoller als diese hier.

Hehe, das kleine mäh würde sagen, ich soll endlich aufhören mit dem Rumgejammer und was machen, vom Jammern entsteht schließlich nix… jaja recht hast Du, aber, ich muss hier ja auch erst mal in die Kategorien einführen und darauf hinweisen wie schrecklich es doch ist! jawohl!

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