
In der Kategorie Mähbriefe am 21.02.12 um 22:21 Uhr veröffentlicht.
Liebes mäh,
im Moment geistern mir ganz viele Gedanken durch den Kopf. Ich les ja auch andere blogs. Jaja ich weiß, Du nicht, echte Männer lesen keine blogs ❤. Nun ist das ja so, dass das, was man liest nicht einfach im Kopf vorbeirauscht und nun ist dort ganz vieles, das herumfunkt.
Wie man sich selbst sieht und so…. jaja keine Sorge, ich fang nicht an zu philosophieren. Aber ich hab ein so schönes Kommentar woanders gelesen. Nämlich, dass die introvertierten Menschen eigentlich genau diejenigen sind, die sich gar nicht soviel mit sich selbst beschäftigen und dann musste ich sofort an Dich denken und hab Dich vermisst. Jaja, ich seh Dich nicht als introvertiert. Du bist nur so, wie Du bist. Einfach Du. Ohne dass Du Dir Gedanken drüber machst, wie Du wirkst. Manchmal find ich Dich doof, aber sogar das ist Dir egal. Und das mag ich so an Dir. Diese Ruhe. Dieses In-Sich-Ruhen. Jaja, ich hör schon auf, ich werd nicht philosophisch!
Komm doch bald wieder aus dem Urlaub zurück. Ich mein, ich brauch Dich zwar nicht, aber ach, ich bin ja das Gegenteil von Dir. Ein ewiges funkenschlagendes Feuerwerk, von dem Du Dich nicht beeindrucken lässt. Siehst Du, ich überlege doch ständig wie ich bin, zumindest wie ich auf Dich wirke. Als wenn es das wichtigste auf der Welt wäre! Dabei ist Dir das ja ganz egal. Und das ist irgendwie das Schöne.
Du löscht das Fieberfeuer.
Hmm, naja. Ich freu mich jedenfalls, wenn Du wieder da bist. Ich hoffe Du mailst dann bald mal zurück. Und ich hoffe Du zeigst mir auch ein paar Bilder vom Urlaub. Ach.
Weißt Du. Auch wenn ich Dich nicht brauch, brauch ich Dich ja doch.
Tschüß,
Deine mietze

In der Kategorie Farbenfieber am 23.01.12 um 18:50 Uhr veröffentlicht.
Manchmal gibt es Bilder, bei denen ich mich nicht entscheiden kann, ob ich sie für lange lange Zeit von der Bildfläche verschwinden lasse (und sie womöglich eines Tages ganz gut finde), oder ob ich zu kritisch bin. Das letzte Bild hat viel Arbeit und Mühe gekostet. Es ist eigentlich objektiv gesehen total hässlich, der Körper ist im Gegensatz zum Kopf nicht wirklich passend, weder farblich noch förmlich. Und andrerseits… irgendetwas hat das Bild, das mich nicht loslässt, trotz des viel zu dunklen Kopfs, dessen Form auch zu wünschen übrig lässt. Ich glaub es ist einfach der Blick der Badenden, oder es sind ihre roten Lippen… ehrlich gesagt weiß ich es selbst nicht, aber ich bringe es tatsächlich nicht übers Herz sie unerwähnt in den Tiefen meines Schrankes verschwinden zu lassen.
Keine Sorge, das ist kein Fishing for compliments-Eintrag, aber ich kann mich einfach nicht entscheiden, ob ich sie ganz außergewöhnlich schön finde, oder banal hässlich. (Beim Draufklicken wird sie noch ein bisschen größer)

In der Kategorie Rabenschmerz am 06.12.11 um 22:20 Uhr veröffentlicht.
…mein Herz schmerzt heute. Vor Freud und vor Kummer. Und ich kann nicht mal sagen, dass ich unglücklich bin. Ich habe sehr viel Glück in meinem Leben, nämlich, dass ich immer sehr liebe Menschen zur rechten Zeit kennengelernt habe.
Wenn ich etwas im Leben immer hatte, waren es Menschen, die ein großes Herz hatten. Ein riesiges! Ach. So seltsam es klingt, es macht mich manchmal traurig, so traurig und glücklich zugleich. Manchmal würde ich in diesen Augenblicken alles was ich habe, mit allen teilen wollen und dann fällt mir wieder Tolstoi ein. Der russische Schrifsteller… der Mann, der es am Besten schafft, all das was ich denke auszudrücken, so einfach, so banal, so menschlich.
Dabei ist das eigene Leben – wenn man genau hinschaut – genauso literarisch wie jeder Roman. Manchmal ist es Satire, manchmal spielen sich Dramen ab und manchmal ist es furchtbar fad und öde. Und manchmal, ganz manchmal ist es hohe Literatur.
Ach, irgendwie ist mir das Herz heute so schwer und dennoch hüpft es im gleichen Augenblick leicht vor sich her und freut sich über den Augenblick des Glücks.

In der Kategorie Rabenschmerz am 16.11.11 um 17:55 Uhr veröffentlicht.
Eigentlich war jetzt die Kategorie “Feuerwerke” geplant. Aber wie es so oft im Leben ist, manche Dinge lassen sich nicht planen und treten plötzlich und unvermutet in Erscheinung. So ist es auch mit dieser Kategorie “Rabenschmerz”, die ursprünglich “Rabenschwarz” heissen sollte, bis mir einfiel, dass auch Humor rabenschwarz sein kann und dass ich diese Zweideutigkeit vermeiden wollte.
Rabenschwarz war der Tag heute morgen. Einer dieser nebligen kalten Tage, die man auf einem Friedhof verbringt, sich die Beine in den Bauch steht und hofft, dass man bald ins Warme kommen möge, ohne dass man pietätlos erscheint und dem Verstorbenen nicht die letzte Ehre erweist. Rabenschwarz waren wir heute alle auf dem Friedhof und wie Raben standen wir um das Grab.
Nein, keine Sorge, das wird keiner dieser traurigen Einträge. Wenn ich etwas als jüngster Sproß der Familie – abgesehen von meinen beiden Neffen – gewohnt bin, dann sind es Beerdigungen. Zwei Hochzeiten habe ich schon in meinem Leben erlebt und jede Menge Beerdigungen.
Zwei Taufen – die meiner beiden Neffen – durfte ich schon in meinem Leben erleben und jede Menge Todesfälle. So ist das nun mal, wenn man jung ist und der Rest der Familie ist alt. So ist das nun mal, wenn der Freundeskreis der eigenen Familie alt ist und man selbst ist noch einigermaßen jung.
Nicht dass ich traurig wäre, es gehört dazu, dass alte Menschen sterben. Die Zeit ist nun mal gekommen und das Herz wird mir dabei nicht schwer. Selbst wenn es liebe Menschen waren, so ist das nun mal.
Spätestens nach dem anschließenden Essen fällt die traurige Stimmung von den Menschen ab und das Leben geht wieder seinen Gang. Ich bin weiss Gott froh, dass ich nie bei der Trauerfeier eines jungen Menschen teilnehmen musste. Ich glaube, da hilft nicht einmal mehr das Essen danach die Trauer zu überwinden und so weitermachen wie zuvor.
Die meisten Beerdigungen habe ich recht heiter in Erinnerung. Manche waren sogar richtig schön. Die einzige an die ich mich nicht erinnern kann liegt nun schon 11 Jahre zurück, und dabei verschwindet fast alles im Nebel. Danach habe ich einige Jahre lang jeden Friedhof gemieden. Wenn man Menschen verliert, die einen Platz im Herzen gefunden haben, ist es etwas anderes, wenn sie von uns gehen.
Das Leben ist danach nicht mehr dasselbe. Irgendwie hat man in der Zeit, die man miteinander hatte, nicht daran gedacht, alles zu genießen. Hätte man es doch nur vorher gewusst, hätte man wahrscheinlich nicht immer so trotzig reagiert. Manche Worte kann man nie mehr sagen. Manche Dinge kann man nie wieder wiederholen, egal wie banal sie sind.
Ach, manchmal wird mir das Herz rabenschwer, wenn ich daran denke. Aber so ist das nun mal. Diejenigen, die ich treffe, die auch einer ihrer Herzensmenschen zu Grabe getragen haben, tragen denselben Kummer in sich und trotzdem kann man ihn Außenstehnden nicht jemals je beschreiben.
Ich mag die Krähen auf den Friedhöfen. Ich finde, nirgendswo passen sie besser hin, als auf die Friedhöfe, wo sie in den Bäumen sitzen und laut krächzen. Wo sie wie kleine Todesboten herumhüpfen und trotzdem nicht stören. Eigentlich mag ich den Tod. Er trägt diese gewisse Melancholie mit sich und wenn er etwas ist, was das Leben zumindest nicht ist, dann ist es gerecht.
Nun, ich mag die Krähen. Letztes mal ist meiner Mutter eine auf den Kopf gehüpft, als sie meine Oma besucht hat. Schade, dass ich nicht dabei war, ich hätte das ganz toll gefunden. Hmm, ich sollte da mal wieder hin, vielleicht kann ich ein paar freche Krähen ablichten, am besten noch in schwarz-weiss.
Nein, keine Sorge, ich bin nicht melancholisch. Dafür gibt es heute aber einen echten Raben, wenn auch nur als Bild. Und wer genau hinschaut, sieht, dass das Bild eigentlich richtig bunt ist und gar nicht rabenschwer.