In der Kategorie Farbenfieber, Feuerwerke am 18.05.12 um 08:46 Uhr veröffentlicht.
“Keine Ahnung was Du Dir erwartet hast…”
“Hast Du wirklich gedacht, ich würd Dir am Morgen Kaffee und frische Brötchen ans Bett bringen? Hey, es war nur so. Nur zum Spaß. Morgens frühstücke ich nunmal nicht. Wenn Du Kaffe willst, koch ihn Dir selbst, oder seh ich aus wie ein Heimchen an Herd? Kein Grund für Dich beleidigt aus meiner Wohnung zu stürmen.”
“Eigentlich bin ich froh über diesen kurzen schmerzloser Abschied ohne lange Diskussionen, ohne dieses mühselige Erklären-Müssen. Dass es nur eine Nacht war, nur so zum Spaß. Hab’ immer gedacht, dass doch gerade Ihr Männer dafür Verständnis haben müsst. Stattdessen zickt ihr, wenn man Euch zu verstehen gibt, dass es kein zweites Mal mehr geben wird. Was habt ihr Euch denn gedacht, als ich Euch mit nach Hause genommen hab’?”
“Klar, das ist die Sache mit dem Stolz, mit Eurem Ego. Normalerweise seid Ihr die, die bestimmen wann es vorbei ist. Tut mir leid für Dich, war ich eben schneller. Hätte ich Dich gefragt, wann wir uns wiedersehen, wärst mir gewiss ausgewichen. Oder hättest Dich noch ein paar Mal mit mir getroffen und mich dann abserviert. Jetzt bin ich Deine unerreichbare Traumfrau, so wie ich die Traumfrau vieler Männer geworden bin. Euch reizt meine Freiheitsliebe. Doch kaum wollt ihr mich, wollt Ihr meinen Willen brechen. Dann soll ich Euch bekochen, keinen anderen Kerl mehr haben und Euer Klo putzen.”
“Versteh’ eh nicht, warum Du heute morgen so gezickt hast. War doch eh klar. Was für eine ich bin, sieht man doch auf den ersten Blick. Weltverbessern-wollender-Dummkopf.”

In der Kategorie Mietzisches Allerlei am 28.04.12 um 17:43 Uhr veröffentlicht.
Ich habe mir das Arbeitsleben anders vorgestellt. Als Erfüllung all meiner Träume und Wünsche. Als das Aufgehen in den täglichen Aufgaben und als das Glück darüber, etwas Sinnvolles zu tun. Ich will nicht sagen, dass das Arbeitsleben, so wie ich es empfinde unglücklich ist, aber es ist anders. Nicht so erfüllend, wie ich mir das vielleicht dachte. Dafür sehr ausfüllend. Es bleibt keine Zeit mehr für andere Dinge, nur freitags. Dann wenn ich ein bisschen früher heimgehen kann, spaziere ich in den von Menschen überfüllten Läden in der Fußgängerzone umher. Dann tummeln sich dort alle, die wie ich ihren Feierabend nutzen, um noch schnell ein paar Einkäufe zu tätigen. Früher bin ich einfach vormittags in die Stadt gefahren, und es war ruhig und leer. Jetzt vergeht mir der Spaß am Shoppen, ich mag keine Menschenmengen. Statt abzuschalten, wird man von dem Stress der anderen erfasst.
Ich habe keine Zeit mehr für die Dinge, für die ich früher jede Menge Zeit hatte. Aber ich habe soviel zu tun, dass ich gar nicht dazu komme, sie zu vermissen. Eine Stunde mit Menschen zu verbringen, kostet mittlerweile viel Zeit und Kraft – Zeit und Kraft die mir am nächsten Tag spürbar in der Arbeit fehlen. Auch den Bayern abends zuzusehen ist schwieriger geworden. Zuletzt bin ich sogar beim Pokalspiel, während des Elfmeterschießens eingeschlafen. Bei der Champions League natürlich nicht! Am nächsten Morgen war ich dafür ein Zombie und die Arbeit dauerte doppelt so lange wie sonst.
Manchmal erschreckt es mich, wieviel Konzentration man in diesen 8 Stunden haben muss. Lässt man nach, schleichen sich Fehler ein. Manchmal kann man gar nichts dagegen tun. Sie sind einfach da. Lese ich dann meine Meldungen am nächsten Tag, ärgere ich mich über meine Dummheit. Andrerseits ist es schön, zu wissen, dass man arbeiten kann, indem man sich auf seinen Kopf verlässt. Das ist tatsächlich eines der vergnüglichsten Gefühle, die ich bei der Arbeit verspüre. Allein dadurch, dass sich Gehirnzellen bewegen, verdiene ich mein Geld. Ich finde das sogar phänomenal. Ich mache eigentlich nichts; ich sage nur meinem Kopf, dass er etwas tun soll, und allein dafür bekomme ich Geld.
Naja, andrerseits habe ich gerade nicht mehr so viel vom Leben. Ich stehe morgens auf, fahre in die Arbeit, arbeite, fahre heim, falle ins Bett und stehe morgens wieder auf. Anfangs war das hart, weil nichts dazwischen übrig bleibt. Und das Wochenende dient zum Erholen und zum Einkaufen. Ehrlich gesagt schlafe ich samstags nur. Sonntags haben dann ärgerlicherweise die Läden zu. Den Montag liebe ich. Eigentlich seltsam, die meisten Menschen mögen keine Montage, aber an welchem Tag der Woche ist man geistig so fit wie am Montag?
Dann gibt es die wenigen Stunden, in denen ich auf dem Balkon sitze, so wie jetzt gerade. Der Wind weht, die Vögel zwitschern, das Grün der Bäume schaukelt im Rythmus des Windes. Dinge, die mir vorher nie aufgefallen sind. Wenn man so unglaublich viel Zeit hat, vergisst man die ruhigen Minuten zu schätzen. Ich freue mich mittlerweile, wenn abends etwas Gutes auf dem Tisch steht. Das fand ich früher schon schön, aber nicht so, nicht mit diesem Genuß.
Das mit dem Malen geht nicht mehr. Dazu habe ich nicht mehr das Herz und auch das Schreiben fällt mir zunehmend schwerer, denn die Begeisterung für die alltäglichen Begebenheiten beginnt zu schwinden. Über die Schönheit eines orangefarbenen Daches im blauen, wolkenfreien Himmel kann ich hier nicht schreiben. Und meine mietzischen Skurillitäten beginnen mich dagegen zu langweilen. Zuletzt wollte ich über den netten Menschen berichten, der mir meinen Morgen gerettet hatte. In Einem Coffee-Shop in München gibt es einen bezaubernd netten Verkäufer, der morgens so unglaublich herzlich strahlen kann, so dass es kaum jemanden gibt, der diesem Lächeln widerstehen kann. So dachte ich. Als ich das zweite Mal dort hinging, fing ich schon an zu zweifeln. Beim dritten Mal, ging mir der Knabe mit seiner guten Laune dermaßen auf die Nerven, dass ich seitdem den Laden meide. Ja, so kann ich also auch nicht über den herzerfrischenden Kaffee-Verkäufer schreiben. Oh, und da fällt mir noch der Bauarbeiter ein. An einem Montag, ich war mit irgendetwas unzufrieden und da man mir jegliche Herzregung im Gesicht ablesen kann, rief mir einer der Bauarbeiter auf der benachbarten Baustelle laut zu, wie man mit so einem grantigen Gesicht herumlaufen könne. Erstaunlicherweise hat das meinen Tag gerettet. Ich muss immer noch innerlich lachen, wenn ich an unsere Begegnung denke, wie böse ich ihn in diesem Moment angeschaut haben muss und wie unfreundlich ich doch war. Jedes Mal nehme ich mir vor, wenn ich ihn wiederseh, dieses Mal freundlicher zu sein, aber seitdem hab ich ihn nie mehr getroffen… Ja, diese kleinen Geschichten sind im Moment alles was mir bleibt. Sie sind nicht besonders aufregend. Nicht spektakulär. Aber sie sind die Dinge, die mir so manchen Tag retten, von dem ich nichts Gutes zu erwarten habe.
Selbst wenn ich sovieles hergeben musste, was ich geliebt habe, hat mir das Leben doch wenigstens ein paar anderen Schönheiten geschenkt. Es ist wie es ist, man darf nicht jammern. Solange man die Sonne auch hinter den Wolken spürt, solange man ab und zu die Mauern um sein Herz entfernen kann, solange ist man nicht verloren und solange kriegt mich auch das Arbeitsleben nicht unter!

In der Kategorie Farbenfieber, Feuerwerke am 03.03.12 um 23:41 Uhr veröffentlicht.
Ja, wie das immer so ist. Man kann ja doch nicht anders. Nachdem meine Malsachen alle gut verstaut sind, hab ich mir eben etwas Neues überlgen müssen. Ich hab mir nun ein persönliches Bildertagebuch zugelegt. Sprich, ich kritzel mit meinem Handy jeden Tag ein Bild auf das Display. Das heute mag ich sogar richtig. Deswegen kommt das jetzt hier her. Jawohl!

In der Kategorie Mietzemärchen am 25.02.12 um 19:57 Uhr veröffentlicht.
Heute gefunden und weitergeträumt:
“Ich liebe Dich” sagte die kleine Maus. “WTF” dachte der Kater konsterniert. “Na, ich liebe Dich! Mit ganzen Herzen” bekräftigte die kleine Maus nochmal. Der Kater sah sie immer noch verblüfft an. Sollte die kleine Maus nicht längst auf seinem Teller liegen? Was zum Teufel laberte dieses Mäuschen da?. “Ich liebe Dich”, sagte die Maus, “Miau!”.
Der Kater sah immer noch das Mäuschen an und fragte sich, was er nun machen solle, ja, was das alles eigentlich überhaupt bedeuten sollte. Es ging völlig über seinen Horizont hinaus. “Ich liebe Dich”, seufzte die Maus, “auch wenn ich extra Deine Sprache gelernt habe und in Deinen Worten mit Dir spreche, so verstehst Du mich trotzdem nicht. Warum nur? Sagt Dir die Bedeutung des Wortes Liebe nichts? Ich werde so lange “Ich liebe Dich sagen”, bis Du irgendwann verstanden hast, was ich meine!”
“Ich liebe Dich ganz einfach, Miau!”
In der Kategorie Buchstabenfieber am 21.02.12 um 00:24 Uhr veröffentlicht.
Der Welt etwas schenken.
Wollend oder nicht.
Ohne Hintergedanken, ohne Absichten, nur das Sein im Augenblick.
Dieses Wollen, dieses Müssen.
Wollend oder nicht.
Farben, Worte, Töne
zu den
Bildern, den Geschichten und natürlich der Musik
Krähender Hahn am Morgen,
womöglich noch davor sitzend,
ohne zu merken, wie die Zeit vergangen.
Müde, glücklich, schenkend.
Ohne Namen. Nur mit Farben, Worten zur Musik.